Vom Basic Dress zum Rüschen-Shirt - Schnittmuster erstellen & mit Jersey nähen

In diesem Beitrag zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du aus dem Basic Dress ein feminines Rüschen-Shirt entwickelst. Du erhältst eine genaue Anleitung zur Schnittkonstruktion und wichtige Tipps zum Nähen mit Jersey.

Schnittmuster konstruieren

In wenigen Schritten wird aus dem kurzärmeligen Kleiderschnitt ein langärmeliger Oberteilschnitt.

Schritt 1: Ärmel austauschen

Der Anfang ist ganz einfach: Tausche den kurzen Ärmel des Basic Dress gegen den langen, schmalen Ärmel aus dem ➡️ Ärmel Add-On.

Das Ärmel Add-On habe ich extra für das Basic Dress entwickelt. Es enthält 4 Ärmelvarianten in verschiedenen längen - für elastische und feste Stoffe. So kannst du aus dem Basic Dress Kleider und Oberteile für´s ganze Jahr entwickeln 😀

Schritt 2: Kräuselung am Ausschnitt

Aus dem seitlichen Brustabnäher machst du eine Kräuselung am Halsausschnitt.

Dafür schneidest du das Schnittmuster mehrfach vom Halsloch aus zum Brustpunkt hin ein und verlegst den Brustpunkt in den Halsausschnitt. Den Inhalt des Brustabnähers verteilst du dabei auf mehrere Einschnittlinien, damit du später eine gleichmäßige Kräuselung erhältst.

🎥➡️ Auf meinem YouTube-Kanal findest du eine detaillierte Videoanleitung.

Schritt 3: Kleiderschnitt kürzen

Schneide das Vorder- und Rückenteil entlang der Taillenlinie ab und füge anschließend deine gewünschte Nahtzugabe hinzu. Oder du schneidest das Schnittmuster direkt etwas unterhalb der Taillenlinie ab 😉

Möchtest du lieber keine Rüsche, sondern einfach ein schlichtest Shirt, kürzt du das Schnittmuster einfach auf deine Wunschlänge.

🎥➡️ In diesem YouTube-Video erfährst du, was du beachten musst, damit aus einem Kleiderschnitt ein Oberteilschnitt wird.

Schritt 4: Rüsche konstruieren

Für die Rüsche benötigst du zwei gerade Streifen in deiner Wunschlänge mit ausreichend Kräuselweite.

Miss die Nahtstrecke, an die die Rüsche später angenäht werden soll am Vorder- und Rückenteil aus und multipliziere sie mit deinem gewünschten Kräuselfaktor.

Ich habe für mein Shirt mit 1,6 multipliziert. Umso größer der Faktor, desto weiter wird der Streifen für die Rüsche, was am Ende für mehr Kräuselung sorgt.

🎥➡️ Auf meinem YouTube-Kanal findest du eine detaillierte Videoanleitung für die Rüschenkonstruktion.

Damit ist das neue Schnittmuster bereits fertig! Trau dich es auszuprobieren. Es ist wirklich nicht schwer 😀

Diese und viele weitere Schnittkonstruktionsanleitungen zur Passformoptimierung und Modellgestaltung findest du in meinem eBook "Vom Basic Dress zu deinem Wunschmodell - Passformoptimierung und Modellgestaltung".




Jersey-Shirt nähen

Ich habe mir einen frühlingshaften Jersey mit Blumenprint ausgesucht 😊

Ich zeige dir hier, in welcher Reihenfolge das Shirt zusammengenäht wird und gebe dir ein paar Tipps für das Nähen von Jersey.

Schritt 1: Vorbereitungen

Schneide alle Teile aus deinem Jerseystoff zu. Achte immer genau auf den Fadenlauf! Liegen Schnittteile leicht schief auf dem Stoff, können sich z.B. die Seitennähte später verdrehen.

Mache an den Reststücken ein paar Nahtproben um die richtigen Einstellungen deiner Nähmaschine für den Stoff zu finden.

Verwende unbedingt eine Jersey-Nadel! Hier ist die Nadelspitze ganz leicht abgerundet damit keine Löcher im Stoff entstehen.

Nähst du deinen Jersey mit der normalen Nähmaschine und nicht mit einer Overlock, eignet sich der einfache Zickzack-Stich oder der Stretch Stich. Letzteres ist ein spezieller Geradstich, der dafür sorgt, dass der Stoff elastisch bleibt.

Bei der normalen Nähmaschine musst du unbedingt darauf achten, dass sich der Stoff während dem Nähen nicht dehnt, denn das kann dazu führen, dass er sich später wellt und die Nähte nicht so glatt sind!

Vielleicht reicht es dafür schon den Nähfußdruck zu reduzieren. Andernfalls empfehle ich dir einen Obertransport. Bei vielen Nähmaschine ist das bereits integriert oder man kann einen separaten Obertransport-Fuß dazu kaufen.

Bevor wir jetzt aber damit beginnen, das Oberteil zusammenzunähen, kräuseln wir erst noch den Bereich am Halsausschnitt ein.

Dafür nähst du am besten in dem Bereich, der eingekräuselt werden soll mit Reihgarn ein paar Stiche von Hand innerhalb der Nahtzugabe. Dann ziehst du den Stoff auf das passende Maß zusammen und verknotest die Enden des Reihgarn.

Schritt 2: Das Grundgerüst

Jetzt wird endlich richtig genäht:

Zunächst schließt du die Seiten- und Schulternähte.

Bügle die Nahtzugaben auseinander (wenn du mit dem Stretch Stich nähst) oder Richtung Rückenteil (wenn du mit der Overlock oder dem Zickzack-Stich nähst).

Schließe dann die Ärmelnaht und bügle die Naht auch hier wieder.

Jetzt nähst du den Ärmel ins Armloch.

Auch bei elastischen Stoffen solltest du die Nähte zwischendurch immer bügeln. So sieht dein fertiges Kleidungsstück am Ende viel hochwertiger aus!

Schritt 3: Rüsche annähen

Für die Rüsche habe ich zwei Stoffstreifen zugeschnitten, die ich erstmal zusammennähe und so zur Runde schließe.

Dann kräusle ich die obere Kante so weit ein, dass sie genau so weit ist, wie die untere Kante des Oberteils.

Dafür habe ich eine Naht mit einem großen Geradstich (normaler Geradstich, nicht Stretch Stich) und lockerer Oberfadenspannung gemacht. Du kannst zum Kräuseln aber auch wieder eine Naht von Hand mit Reihgarn machen.

Jetzt steckst du die Rüsche rechts auf rechts an das Oberteil und nähst beides zusammen. Ich habe dafür den Zickzack-Stich verwendet.

Schritt 4: Halslochbündchen

Als nächstes ist das Halslochbündchen dran.

Falte das Bündchen der länge nach und bügle es, damit du später am Ausschnitt eine schöne Kante hast.

Dann nähst du die kurzen Enden rechts auf rechts zusammen.

Am besten viertelst du das Bündchen und den Halsausschnitt und steckst erstmal diese Stellen aufeinander. Dann kannst du das Bündchen dazwischen beim Annähen gleichmäßig dehnen.

Achte im vorderen Bereich darauf, dass die Kräuselung am Halslochs schön gleichmäßig verteilt ist.

🎥➡️ Wie du die Bündchenlänge für jeden dehnbaren Stoff richtig berechnest, erfährst du in diesem YouTube-Video!

Schritt 5: Säume

Zum Schluss kommen die Säume.

Du kannst den Saum einfach oder doppelt umschlagen und festnähen oder einen Rollsaum machen. Hier hast du die Wahl zwischen dem klassischen Rollsaum und einem gewellten Rollsaum.

Ich habe mich für die Ärmelsäume und den Abschluss der Rüsche für einen gewellten Rollsaum (auch Wellensaum genannt) entschieden.

🎥➡️ Wie du den gewellten Rollsaum ganz leicht mit deiner normalen Nähmaschine nähst, erfährst du in diesem Kurzvideo.


Fazit

Aus dem Basic Dress ein Jersey-Shirt zu machen, ist gar nicht schwer.

Wem die Rüsche zu feminin ist, kürzt den Kleiderschnitt einfach auf eine normale Oberteillänge und verzichtet auf die Rüsche.

Bedenken musst du lediglich, dass dein Shirt nicht knalleng sitzen wird.

Das Basic Dress ist sowohl für feste Stoffe als auch für (leicht) elastische Stoffe geeignet. Nähst du den Schnitt aus festem Stoff, sitzt dein Kleid oder Oberteil enger als wenn du mit elastischem Stoff nähst.

Die richtige Stoffwahl hängt vor allem auch davon ab, was für eine Modellabwandlung du aus dem Basic Dress konstruierst.

Für das Basic Dress so wie es ist, empfehle ich dir feste Stoffe oder nur leicht elastische Stoffe wie z.B. Baumwollstretch. Die gerade Form des Kleides benötigt etwas Stand um gut auszusehen.

Konstruierst du daraus aber z.B. ein Kleid mit ausgestelltem Saum, Raffung auf der Taille und einem Wasserfallausschnitt, ist ein weicher, fließender Stoff die bessere Wahl.

Trau dich, und starte jetzt mit deinen eigenen Designs.

➡️ In meinem kostenlosen Verzeichnis zur Modellgestaltung findest du über 90 Schnittkonstruktions-Anleitungen übersichtlich kategorisiert. Damit du nicht mehr nach dem passenden Modellschnitt suchen musst, sondern dein individuelles Wunschmodell ganz einfach selbst konstruieren kannst!

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